Heute möchte ich gerne mal über Apps sprechen. Es ist eine Frage der Vorliebe und vielleicht auch der Situation, ob man mit Notizbuch und Papier oder digital die Sketchnotes anfertigt. Da ich mit meinem Tablet und meinem Telefon eigentlich mein Leben organisiere, habe ich auch beides immer dabei. Deshalb schreibe/zeichne ich meine Sketchnotes auch ab und zu damit. Interessanterweise führe ich aber meine To Do Listen nie digital, das wird in einem Papierkalender erledigt. Das ist aber Stoff für einen anderen Blogbeitrag :).

Ich will Dir heute 3 Apps vorstellen, die es Anfängern leicht machen in die Welt des digitalen Notierens oder Sketchnoting einzusteigen. Da ich selber ein iPad Pro und einen Apple Pencil benutze, kann ich am Besten diese Erfahrungen mit Dir teilen, aber vor dem iPad Pro habe ich ein „ganz normales“ iPad benutzt, mit einem „ganz normalen“ Stift (Wacom Bamboo Stylus Solo). Alle diese Apps funktionieren auch mit einem solchen Stift. Wer aber gerne auch digital „lettern“ möchte, der braucht einen „smarten“ Stylus, der in Verbindung mit der entsprechenden App dann auch die Drucksensitivität die für das digitale Lettern wichtig ist, hinkriegt.


1. Paper 53

Paper 53 ist DIE App in der Sketchnote Community. Sie ist sehr einfach und intuitiv zu bedienen. Nach dem letzten größeren Update vor ein paar Monaten kann man nun für jedes Projekt das man beginnen will, ein eigenes Notizbuch anlegen. In diesem Notizbuch hat man dann weiße (ein leichtes off-white) Seiten die man mittels einer Menü-Leiste am unteren Bildschirmrand füllen kann. Es gibt verschiedene Stiftarten sowie eine Schere und eine Farbrolle für größere Flächen zur Auswahl. Eine Farbpalette die mit voreingestellten Farben bestückt ist, die man aber auch mit eigenen Farben anpassen kann, komplettiert das Menü. Die Notizbücher schließt man übrigens indem man sie mit zwei Fingern durch wischen „zuklappt“.

Kosten: kostenlos
Registrierung: Ja
Stifte: 6 verschiedene Stiftarten, inkl. Pinsel und eine Farbrolle um flächig Farbe zu verteilen
Ausschneide-Tool: Ja
Fotos einfügen: Ja, Fotos sind (wieder) beliebig positionierbar
Farbpalette selber anlegen: Ja, möglich
Farbpipette: Ja (Farbe aus einer Vorlage/Foto übernehmen) durch langes draufhalten wird die Farbe übernommen und kann dann in der Palette gespeichert werden
Bilder speichern: als jpeg im Fotoordner
Videomitschnitt: Nein
Ebenen: Nein
Kostenpflichtige Erweiterungen möglich? Ja


2. WorkVisual App

Work Visual ist eine App, die von Holger Nils Pohl, einem professionellen Sketchnoter und Graphic Recorder für Sketchnoter programmiert wurde. Man merkt, dass er sich mit den Bedürfnissen der User auseinandergesetzt hat. Die App kann viel aber ist übersichtlich genug um auch für Einsteiger nutzbar zu sein.
Gleich wenn man die App aufruft, kann man in der Bildmappe die auf der linken Seite gezeigt wird ein neues weißes Blatt anlegen. Durch drauftippen öffnet sich das Blanko-Blatt und man findet auch hier die Menü-Leiste wieder am unteren Bildschirmrand. Es finden sich dort verschiedene Funktionen.
Die Auswahl der Stiftvarianten und Strichstärken ist riesig. Man kann allerdings nur zwei Stifte in der Menü-Leiste unten voreingestellt hinterlegen. Eine Farbpalette kann man auch selber bestücken. Im Programm kann man außerdem mit Ebenen arbeiten. Das ist immer dann praktisch, wenn man erst etwas zeichnet und es dann mit Farben ausmalen will. Man kann dann in einer ersten Ebene die Grundzeichnung machen und in der Ebene dahinter die Farbfüllung anlegen. Das hat den Vorteil, dass man nicht alles wegradieren muss, wenn man einen Fehler gemacht hat, sondern genau da korrigieren kann wo es nötig ist. Ein ganz besonderes Feature sind die zwei Begriffe „Full“ und „Follow“ die in der Menü-Leiste ganz rechts zu finden sind. Die sind nur dann interessant wenn man das Zeichnen auf dem Tablet auch auf den Big Screen übertragen will, denn bei „Full“ wird die ganze Zeit das gesamte Blatt gezeigt. Die Zuschauer*innen können also sehen, wie sich das Blatt langsam füllt. Bei „Follow“ sehen die Zuschauer*innen wie die Person, die das Tablet bedient arbeitet. Also wie sie rein- und rauskommt und immer nur Ausschnitte des Gesamtbildes.

Kosten: zur Zeit 5,49€
Registrierung: Nein
Stifte: große Vielfalt, auch einstellbare Strichstärke und Transparenz
Ausschneide-Tool: Ja (Lasso)
Fotos einfügen: Nein
Farbpalette selber anlegen: Ja, möglich
Farbpipette: Ja (Farbe aus einer Vorlage/Foto übernehmen) durch langes draufhalten wird die Farbe übernommen und kann dann auch in der Palette gespeichert werden
Bilder speichern: als jpeg, psd, png, speicherbar je nach Format im Fotoordner oder in der Dropbox, auch als e-mail aus dem Programm versendbar
Videomitschnitt: Ja aber nur mit einer entsprechenden Erweiterung auf dem Mac
Ebenen: Ja
Kostenpflichtige Erweiterungen möglich? Nein

 


3. Autodesk Sketch Book

Sketch Book ist die zweite App die ich mir runtergeladen habe, nachdem ich mit digitalen Sketchnotes begonnen habe. Für fortgeschrittene Anfänger ist die App toll und eine gute Vorbereitung für ProCreate oder dann auch Photoshop und InDesign. Die Menüleisten für die App sind links (Stift- und Pinselvarianten, Transparenz und Strichstärke), oben (Bildbearbeitungsmenü) und rechts (Ebenen und Farbpalette). Alles ist leicht zu überblicken und intuitiv zu bedienen. Eine Farbpalette gibt es natürlich auch. Außerdem gibt es die App auch für Android.

Kosten: kostenlos, erweiterbar mit Pro-Tools für ein Gerät für zur Zeit 5,49€, Abonnement für mehrere Geräte möglich.
Registrierung: Ja
Stifte: reduzierte Anzahl in der kostenlosen Version, trotzdem ausreichend
Ausschneide-Tool: Ja
Fotos einfügen: Ja, Fotos sind (wieder) beliebig positionierbar
Farbpalette selber anlegen: Ja, möglich
Farbpipette: Ja (Farbe aus einer Vorlage/Foto übernehmen) durch langes draufhalten wird die Farbe übernommen und kann dann in der Palette gespeichert werden
Bilder speichern:
Videomitschnitt: Nein
Ebenen: Ja