Zeitmanagement ist nix für mich – oder doch?! #girlbossreihe

Ich muss hier mal Etwas beichten: ich kann mich und meine Zeit nicht besonders gut managen. Ich brauche eine Meeeenge Krücken, damit ich meine ganzen To-Dos organisiert bekomme. Und ich muss wirklich streng bei meinen Selbstorganisations-Gewohnheiten bleiben, sonst bricht alles zusammen.

Es ist ja auch nicht so einfach. Ich habe streng genommen 3 Jobs und in jedem dieser Jobs fallen eben eine Vielzahl an Aufgaben und Terminen an. Ich baue in Teilzeit mein kleines Business hier auf und aus. Ich bin in Teilzeit bei einem Wohlfahrtsverband beschäftigt und habe da ein kleines Team zu führen und ich habe eine Familie mit Mann, Kind und Hund die auch noch organisiert werden will. Da kann frau schonmal den Überblick verlieren.

Da ich weiß, dass es vielen anderen Menschen die voll im Beruf stehen, da draußen genau so geht wie mir, dachte ich ich teile mal meine Krücken mit Euch. Vielleicht kann die Eine oder der Andere ja etwas davon gebrauchen.

Wer keine Lust auf langes lesen hat, kann zum Ende des Textes scrollen, da habe ich ein kleines Sketchnote meiner Krücken angefertigt. Wer tiefergehende Infos möchte, sollte weiterlesen. 🙂

  • 4-Minuten Jobs: Das sind kleinere Aufgaben, die sich in 4 Minuten oder weniger erledigen lassen. Nicht lang rumschnacken, sondern gleich machen. Erledigt ist erledigt und gibt ein gutes Gefühl.
  • To-Do Listen führen: Eigentlich klar und ich kann zumindest für mich sagen, dass die Hölle losgeht, wenn ich keine führe. Ich habe drei. Für jeden Job und die Familie eine. Die schaue ich mir jeden Tag zwei Mal an. Ich streiche was ich erledigt habe, ergänze was neu hinzugekommen ist und verschiebe was ich noch nicht erledigen kann. Dabei hilft mir mein Bullet Code.

  • Der Bullet Code ist ein Bestandteil des sogenannten „Bullet Journal“. Das Bulletjournal will Planer, Notizbuch, Kalender und Tagebuch in einem sein. Kann es auch sein, je nachdem wie intensiv man das führt. Für mich ist mein Bullet Journal hauptsächlich Planer, Tagebuch und Notizbuch. Meine Kalender führe ich digital. Allerdings mache ich mir im Journal auch immer einen monatlichen und wöchentlichen Terminüberblick. Das hilft mir mich zu strukturieren. Morgens und Abends hole ich mein Buch raus und schaue was ansteht und was meine To-Do Liste so von mir verlangt. Wer sich ins Thema Bulletjournal mal reinlesen möchte, der kann sich einmal HIER umschauen. Oder warten bis ich bald selber etwas dazu schreibe. 🙂
  • E-Mail-Abrufzeiten festlegen: für mich sind die größten Zeitdiebe E-Mails. Sie trudeln so rein, sitzen dann im Postfach und rufen laut „beannntwooorteee mich!!! JETZT!!“ Man könnte ja meinen, dass diese Mails auch unter die 4-Minuten Regel fallen und man sie besser gleich beantwortet. Hab ich auch lange gedacht. Mach ich jetzt aber nicht mehr. Es sind einfach zu oft Sachen dabei, denen man hinterher telefonieren muss oder Dinge abgeklärt und abgesprochen werden müssen. Das dauert in den meisten Fällen länger als 4 Minuten. Ich versuche meine Mails jetzt nur noch 3-4 Mal am Tag zu checken. Die Dinge, die dann getan werden müssen, kommen wie alles andere auch, auf meine To-Do Liste. Und wenn es dringend ist, bekommt die Sache ein kleines Ausrufezeichen!! 🙂
  • Aussortieren: Zuletzt ein Punkt an dem ich noch hart arbeite. Aussortieren, an allen Ecken und Kanten. Naheliegend ist das Gedöns mit dem man sich zuhause und im Büro so zumüllt. Da liegen auf dem Ablageschränkchen im Flur eben noch tausend andere Dinge und nicht nur der Schlüssel. Heißt, der Schlüssel ist vielleicht verkramt, man sieht ihn nicht sofort und sucht erst einmal ein paar Minuten – verschwendete Minuten. Aussortieren meint aber auch das genaue Ansehen von Gewohnheiten und Überzeugungen, die sich über die Jahre so eingeschlichen haben und dann das Aussortieren derer, auf die man gut verzichten kann. Auch das kann Zeit sparen. Da muss man nur mal genau hinschauen. Es findet sich bestimmt etwas.  Zu dem Thema habe ich vor Kurzem auch einen großartigen Film auf Netflix gesehen, es gibt da eine ganze Bewegung des Minimalismus. Wer dazu weitere Infos möchte, der kann ja mal HIER vorbeischauen.
  • Heldenwand/Yeah, I did it!: in dem Zeitmanagement Buch (echt gut!!!) von Cornelia Nussbaum wird eine Sache erwähnt, die ich toll finde, und die ich auch in mein Bullet Journal übernommen habe. Dort wird beschrieben, dass man am Ende des Tages auf drei Post-Its schreiben soll, was gut war und was man am Tag geschafft hat. Die klebt man dann an seine Bürotür oder an die Wand und über die Zeit wächst die Heldenwand. Das macht wirklich ein gutes Gefühl. In meinem #bujo habe ich es mir zur Gewohnheit gemacht, am Ende des Tages eine oder zwei Sachen aufzuschreiben, für die ich Dankbar bin. Das tut mir gut und rückt den Tag manchmal auch wieder in ein besseres Licht als ich ihn zunächst sehe.

Beim Durchlesen merke ich, brennend neu sind meine Zugänge zum Thema Zeitmanagement ja nicht, aber es ist wie immer: für manch Einen oder manch Eine sind doch neue Dinge dabei. Übrigens habe ich mich auch durch den großen Dschungel der Apps und Online-Werkzeuge probiert, bin aber immer wieder beim guten alten Notizbuch gelandet. Das ist einfach mein Style. 🙂

Welche Zeitmanagement-Tools (analog oder digital) nutzt du denn so?

 

Gut zu wissen: Artikel auf Webseiten und Bücher oder Gegenstände, die ich hier erwähne, habe ich selber gelesen oder ausprobiert. Ich empfehle sie einfach nur weiter und bekomme dafür keine Gegenleistungen. Sollte das einmal anders sein, werde ich das kenntlich manchen.